Die Werkzeuge der Suffizienz

Die Werkzeuge der Suffizienz

Die Arbeit, „Die Werkzeuge der Suffizienz“ untersucht, inwiefern es wichtig ist, Utopien als gestalterisches Mittel für eine nachhaltige Gestaltung zu nutzen. Sie beschäftigt sich konkret mit der Utopie der Öko-Suffizienz. Die Öko-Suffizienz „richten sich auf einen geringeren Verbrauch von Ressourcen durch eine Verringerung der Nachfrage nach Gütern“ (Linz 2004). Es geht um eine Verhaltensänderung mit dem Ziel weniger zu verbrauchen (vgl. Linz 2004).


Aus ihr ist der Materialbegriff „Allreadymade“ entstanden, der die Ziele und Funktionsweise der Öko-Suffizienz kommuniziert. Er deklariert schon produzierte Objekte als Material und hat bestimmten Regeln inne:

  1. Allreadymades sind Objekte, die außerhalb ihres eigentlichen Produktionszweckes genutzt werden. Das bedeutet, dass alle Artefakte, die produziert werden, für einen bestimmten Zweck produziert werden. Dieser Zweck oder auch diese Primärfunktion definieren die vorgegebene Nutzung des Objektes. Ein Pömpel wurde produziert, um verstopfte Abflüsse zu entstopfen. Als Allreadymade wird er an eine Wand gepömpelt und dient als Halterung für eine Lampe.

  2. Allreadymades sind Objekte, die während ihrer Nutzung als Allreadymades nicht beschädigt, verändert oder durch eine Konstruktion dauerhaft fixiert werden, sodass sie nach ihrer Nutzung in ihren ursprünglichen, zweckgebundenen Produktzyklus zurückgeführt werden und diesen Zweck noch erfüllen können.

  3. Allreadymades müssen in ihren ursprünglichen, zweckgebundenen Produktzyklus zurückgeführt werden.

  4. Allreadymades sind Objekte, die nur temporär genutzt werden.

  5. Allreadymades sind Objekte, die ALLE zuvor genannten Regeln beinhalten.

Aus diesen Allreadymades wurden versuchsweise drei Objekte aus dem öffentlichen Raum nachgebaut. Eine Litfaßsäule, eine Straßenlaterne und eine Bank.


Sie dienen dazu, die Utopie der Öko-Suffizienz durch ihre Materialität zu kommunizieren. Diese Objekte wurden gewählt, da sie Objekte sind, die jede Person kennt. Dadurch wird der Fokus der Betrachtenden so gut es geht auf das Material gelenkt und nicht auf das entstandene Objekt. Es entsteht keine Begründung des eigenwilligen Materials durch ein nicht bekanntes Objekt. Je mehr das Material hinterfragt und betrachtet wird, desto eher kann die dahinterstehende Utopie verstanden werden. Dieser Prozess und die daraus entstandenen Schlussfolgerungen und Fragen sind in dem Buch „Die Werkzeuge der Suffizienz, oder eine Frage der Nachhaltigkeit“ festgehalten.

Ein Kapitel dieses Buches wird in dem gezeigten Video eingesprochen. Das ganze Buch können sie als PDF einsehen und als gedruckte Version bestellen. Einfach eine Email an florian.schuster@hfg-gmuend.de

Die Litfaßsäule besteht aus Hula Hoop Reifen, einem Schirmständer, einem Abflussrohr und Spanngurten.
Die Parkbank besteht aus Besenstielen, Gitterrosten und Spanngurten.
Die Straßenlaterne besteht aus Abflussrohren, einer Handlampe und einem Spanngurt.


Quellen:
*Linz, Manfred (2004): EconPapers: Weder Mangel noch Übermaß: Über Suffizienz und Suffizienzforschung, in: econpapers.com [10.09.2020]